Es wird ja endlich wärmer – Zeit, Eis zu essen. Für nicht alle Menschen ist der Milchzucker in normalem Sahneeis gut verträglich. Da lohnt es sich, das Eis selbst zu machen. Wir machen diesmal Himbeer-Sahneeis, das nicht nur Betroffenen schmeckt. Weiterlesen…
Eine Kochfest mit Brennnesseln, Stinkasant und Auberginenmousse
Ich liebe Kochen. Aber noch viel mehr Spaß macht es, mit anderen zu kochen und zu essen. Ein kleines Fest in meiner Küche haben die wunderbare Köchin Susann Dickhaus und ich gefeiert. Wir kochen nach einer ähnlichen Philosophie und nutzen nur Lebensmitteln ohne jegliche Zusatzstoffe. Wir ernteten sogar eine Zutat selbst. Die Fotografin Uta Kühne hat alles in Bildern festgehalten und nachher mit uns mitgegessen.
- Meine Nachbarin hat mich schon merkwürdig angeschaut, als ich ihr sagte, wie gehen jetzt Brennnesseln pflücken. Zusammen mit einem Korb, Handschuhen und Schere ziehen wir also zum Waldrand und klettern ein bisschen herum. Wir wollen zu den Brennesseln, auf die noch kein Hund gepinkelt hat.
- Susann wird fündig und pflückt einen ganzen Korb voll junger Brennnessel.
- Ich habe defintiv den bequemeren Part. Ich kann Anweisungen geben.
- Langsam füllt sich der Korb mit Brennnesseln.
- Was wir aus den Brennnesseln machen? Wir bereiten sie ähnlich zu, wie es viele Spanier mit Spinat machen. Anstatt das grüne Gemüse mit Sahne, Knoblauch und Zwiebeln zu kochen, richten wir das Essen mit Pinienkernen und Rosinen an. Also Brennnesseln noch mit Handschuhen waschen und in einem Topf blanchieren. Hinzu kommen Salz, geröstete Pinienkerne, Rosinen und etwas Olivenöl. Fertig!
- Und zwischendurch kann man ein wenig von den gerösteten Pinienkernen naschen. Beim Rösten von Nüssen und Pinienkernen ist es wichtig, die Kerne ständig auf einer mittleren Temperatur in einer Pfanne umzurühren. Ansonsten werden Sie außen schwarz und sind innen immer noch nicht durchgeröstet.
- Und so sieht das Gericht am Ende aus. Gekochte Brennnesseln können übrigens nicht mehr brennen. Ich finde ihren wilden Geschmack wirklich mal etwas ganz anderes. Das Gericht werde ich nicht zum letzten Mal gemacht haben.
- Aber das ist nicht das Einzige, was es gibt. Wir kochen viele Kleinigkeiten.
- Aus den Avocados entsteht Guacamole.
- Dazu erst einmal die Avocados aufschneiden und entkernen.
- Das Fruchtfleisch in ein hohes Gefäß geben, in dem man es pürieren kann, ohne dass die ganze Küche etwas davon hat.
- Zitrone muss noch hinein.
- Jetzt noch Salz hinzu. . .
- Das Besondere an dieser Guacamole ist der Einsatz eines Gewürzes. Statt des allwärtigen Knoblauchs hacken wir frischen Koriander klein und geben ihn dazu.
- Fertig und auf zum nächsten Gericht.
- Es soll noch ein Auberginenmousse geben. Dazu rösten wir Senfkörner in etwas Öl an, bis sie anfangen zu duften.
- Für das Mousse backen wir Auberginen im Backofen weich. Dann machen wir die Haut ab. Das ist eine ganz schöne Matscherei. Susann schaut sich das bei mir eine Zeitlang an und nimmt mir dann beherzt das Messer aus der Hand. Gut, dass sie das Werk vollendet.
- Das ausgelöste Fleisch der Auberginen kommt dann in die Pfanne, in der wir die Senfsaaten angeröstet haben. Hinzu gebe ich einen Schuss Olivenöl und Tomatenmark je nach Geschmack. Das Gericht mit Salz abschmecken.
- Da wir noch etwas von dem gehackten Koriander übrig haben, streuen wir das Kraut über das Auberginenpüree.
- Es gibt noch Ofen-Zwiebeln. Das ist ein wunderbares Gericht, das ich auch unbedingt einmal mit Knacki kochen will. Dazu schäle ich Zwiebeln und fülle sie in eine feuerfeste Form. Als Gewürze nehme ich Rosmarin und Thymian und gebe einen Schuss Balsamico-Essig und Olivenöl sowie einen guten Esslöffel braunen Zucker über die Zwiebeln.
- Und so sehen die Ofen-Zwiebeln aus, wenn sie anderthalb bis zwei Stunden im Backofen bei rund 200 Grad Ober- und Unterhitze vor sich hingeschmorgelt haben. Bitte zwischendurch immer wieder umrühren.
- Wir brauchen noch etwas Eiweiß. Da wir uns für vegetarisches Essen entschieden haben, gibt es Daal. Das ist das indische Wort für Hülsenfrüchte, die ihre Schale nicht mehr haben. Wir nehmen rote Linsen, die nach zehn Minuten – in Wasser gekocht – gar sind. Susann gibt ihr Lieblingsgewürz Bockshornkleesamen hinzu. Es kommen noch andere indische Gewürze zum Einsatz, unter anderem indische Curryblätter, die etwas zitronig schmecken. Für Hülsenfrüchte nehme ich gerne Asafoetida, wegen seines Geruchs auch Stinkasant genannt. Der Geruch verfliegt aber beim Kochen und das Gewürz gibt Hülsengerichten eine wunderbare Note. Wer diese exotischen Gewürze nicht zu Hause hat, kann auch einfach zu Currypulver greifen. Das schmeckt auch.
- Zu Daal passen Pappadums. Einige kennen sie bestimmt aus indischen Restaurants. Die dünnen Fladen aus Linsenmehl gibt es im Laden zu kaufen. Danach müssen sie nur noch in einer Pfanne geröstet oder frittiert werden. Das geht so: Öl in einer Pfanne stark erhitzen, Fladen ins Öl geben und mit einer Gabel herunterdrücken, nach etwa drei bis fünf Sekunden wenden, um die andere Seite zu frittieren. Zum Schluss Pappadums auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Und jetzt alles auf einen Teller. Guten Appetit!
Veröffentlicht in Und noch so

































