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Culina Medica
Der Blog zur Sendung "Aber bitte mit ohne...“
mit Miriam Betancourt & Knacki Deuser.
 

Tipps, Neuigkeiten und Geschichten rund um die Themen
Nahrungsmittelunverträglichkeiten und chinesische Ernährungslehre von Miriam Betancourt.

Mittwoch, 9. Mai 2012 um 06:19 von Miriam

Laktosefreies Himbeer-Sahneeis

Es wird ja endlich wärmer – Zeit, Eis zu essen. Für nicht alle Menschen ist der Milchzucker in normalem Sahneeis gut verträglich. Da lohnt es sich, das Eis selbst zu machen. Wir machen diesmal Himbeer-Sahneeis, das nicht nur Betroffenen schmeckt.

Rezept für Himbeer-Sahneeis

Für vier Personen

Zutaten:

150 g Himbeeren

200 g laktosefreie Sahne

Eine Prise Vanille

50 g Zucker

Zubereitung:

Himbeeren mit dem Zucker und der Vanille vermischen. Die Sahne anschlagen und untermischen. Die Masse in die Eisbecher füllen und mit dem Stieldeckel verschließen. Nach drei Stunden im Eisfach ist das Eis essbar.

Tipp: Wer keine Eisförmchen hat, nimmt leere Joghurtbecher. Die Masse in den Joghurtbecher  füllen und ins Gefrierfach stellen. Nach anderthalb Stunden rausnehmen und einen Holzspatel oder Teelöffel als Stiel in die Masse stecken. Das Ganze noch einmal mindestens anderthalb Stunden ins Gefrierfach stellen.

Freitag, 4. Mai 2012 um 12:23 von Miriam

Fehldiagnose Reizdarm – was die wirklichen Ursachen sind

Essen ist definitiv eine der schönsten Sachen der Welt. Dumm nur, wenn die Verdauung nicht richtig funktioniert. Der Arzt Volker Schmiedel hat drei hervorragende Bücher geschrieben, was sich hinter Verdauungsbeschwerden oft wirklich verbirgt. Ursprünglich wollte ich alle drei Werke in einem Blogeintrag besprechen. Aber es gibt einfach zu viel zu erzählen, so dass ich sie doch einzeln rezensiere.

In „Verdauung! – 99 verblüffende Tatsachen“ räumt der Autor mit einer der häufigsten Fehldiagnosen auf. „Millionen von Menschen erhalten wegen quälenden Durchfalls oder Verstopfung die Diagnose: Reizdarm.  Nur: In 90 von 100 Fällen ist das eine Fehldiagnose. Denn den wirklichen Ursachen von Verdauungsbeschwerden kommen die Apparate der Schulmedizin meist nicht auf die Spur“, schreibt Schmiedel.

Oft stecken hinter den Symptomen Unverträglichkeiten von Laktose,  Fruktose, Sorbit, Gluten oder  Histamin sowie Nahrungsmittelallergien. Schmiedel geht auf die einzelnen Unverträglichkeiten ein, erklärt Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Diese Teile sind knapp, aber gut erklärt. Doch nicht immer müssen Intoleranzen dahinter stecken, wenn es nach dem Essen im Bauch zwickt und zwackt. Ebenso können ein Gallensäureverlustsyndrom, eine Gallenfunktionsstörung oder eine Bauchspeicheldrüsenschwäche für die Beschwerden verantwortlich sein.

Die Ursache muss also gar nicht der Darm sein. Die Bauchspeicheldrüse zum Beispiel stellt nicht nur Insulin zur Regelung des Blutzuckers zur Verfügung, sondern produziert auch Verdauungsenzyme. Schafft sie das nicht in ausreichender Menge, treten Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen auf. Manchmal kommt es auch zu Durchfällen.

Auch die Galle kann die Ursache der Beschwerden sein. Wenn bei einer Gallenfunktionsstörung zu wenig Galle produziert wird oder die Ausführungsgänge durch Grieß oder Gallensteine verlegt sind, ist die Fettverdauung gestört.

Beim Gallensäureverlustsyndrom liegt die Ursache der Beschwerden tatsächlich im Darm – auch wenn es der Name des Syndroms nicht auf den ersten Blick vermuten lässt.  Betroffen ist der untere Teil des Dünndarms. „Die Gallensäure wird am Ende des Dünndarms wieder aufgenommen und über die Pfortader zurück zur Leber befördert“, erläutert Schmiedel.  Normalerweise werde mehr als 90 Prozent der Gallensäure wieder aus dem Darm aufgenommen. Das klappe aber nicht immer gut. Dann gelange ein Teil der Gallensäure in den Dickdarm, wo sie nicht hingehöre, erklärt Schmiedel. Als Folge wird die Darmschleimhaut gereizt und es kommt zu Durchfällen. Oft kann der nicht voll funktionsfähige Darm zudem Vitamin B12, Fette und indirekt fettlöslichen Vitamine und Mineralstoffen nicht richtig aufnehmen.

Blut- und Stuhltests klären ab, ob eine der Störungen vorliegt. Ist die Ursache einmal erkannt, kommen oft erstaunlich einfache Mittel zum Einsatz. Dazu zählen Heilkräuter, aber auch Nahrungsergänzungsmittel.  Beim Gallensäureverlustsyndrom hilft zum Beispiel Flohsamen. Fehlt Gallensäure, sind Präparate mit Artischoken und Curcuma empfehlenswert. Bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche lindern ein Präparat mit Harongarinde oder Enzympräparate die Beschwerden. Die Dosierung dieser Mittel muss jedoch richtig sein. Es reiche nicht aus, zu jeder Mahlzeit einen Artischokenboden zu verzehren, schreibt  Schmiedel.  300 bis 400 Milligramm des Extrakts – eine halbe Stunde vor der Mahlzeit eingenommen – müssen es schon sein.

Auch Vitamine und Mineralien können Beschwerden lindern. So helfen etwa Magnesium, Zink, Kalzium und Vitamin C dabei, den Botenstoff Histamin im Körper abzubauen, der an Allergien und der Histaminintoleranz beteiligt ist.

Darmpilze hält Schmiedel übrigens für überbewertet. „Ich muss zugeben, dass ich bei den Pilzen quasi vom Paulus zum Saulus geworden bin. Mit einer Nystatin-Therapie habe ich zwar kurzfristig ein rasches Verschwinden der Darmpilze gesehen – nach vier Wochen waren sie aber meist wieder da, wenn die zugrunde liegende Störung eben nicht beseitigt wurden“, schreibt er. Unsinnig findet er die oft empfohlene Kohlenhydrat freie Diät. „Pilze sind sehr genügsam.  Sie entwickeln auch Überlebensformen, wenn man ihnen sämtliche Kohlenhydrate  entzieht.“

Buch:

“Verdauung – 99 verblüffende Tatsachen” von Volker Schmiedel,  Trias-Verlag, ISBN-10: 3830434286, ISBN-13: 978-3830434283

Mittwoch, 25. April 2012 um 05:00 von Miriam

Gebratener Spargel mit getrockneten Tomaten und Oliven

Für vier Personen

Zutaten:
Zwei  Kilo grüner Spargel (als Beilage reichen 300 Gramm pro Person)
2 Handvoll getrocknete Tomaten
Ein paar Schwarze Oliven
Olivenöl zum Braten
Salz
Parmesankäse zum Drüberstreuen
Zubereitung:
Die getrockneten Tomaten in Wasser eine halbe Stunde einweichen lassen. Den Spargel unten schälen und jede Spargelstange in zwei  etwa gleich große Stücke schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Spargel und die Tomaten hinzufügen und unter häufigem Rühren anbraten bis der Spargel gar ist. Die Oliven unterheben und mit Salz abschmecken. Das Gemüse auf einen Teller geben und mit Parmesan bestreuen.

Mittwoch, 18. April 2012 um 08:30 von Miriam

App-Rezension: Histamin, Fructose & Co von Baliza

Die App “Histamin, Fructose & Co” von Baliza steht schon lange auf meiner Liste von Büchern und Tools, die ich mir genauer ansehen und dann besprechen wollte. Irgendwie bin ich die ganze Zeit nicht dazu gekommen. Steffi Kochtrotz hatte sich jedoch dankenswerter Weise an einem Wochenende die Zeit genommen und die App getestet.

Wer also mehr über die meines Wissens nach erste App zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten erfahren will, sollte unbedingt ihren Beitrag auf dem Blog www.kochtrotz.de lesen. Über Hinweise auf andere wertvolle Anwendungen würde ich mich sehr freuen.

Mittwoch, 11. April 2012 um 06:00 von Miriam

Glutenfrei: amerikanisches Tunfisch-Sandwich

Essen für unterwegs kann für Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu einer Herausforderung werden. Der Kölner Comedian Knacki Deuser zeigt, wie man glutenfreies Brot auch für unterwegs aufpeppen kann und holt sich seine Inspirationen für sein Tunfisch-Sandwich aus den USA.

Rezept:

Tunfisch Sandwich
(für vier Toasts)
Zutaten:
1 Dose Tunfisch in Lake (nicht Öl)
Selbst gemachte Mayonnaise oder Mayonnaise ohne Zusatzstoffe
Pro Toast eine eingelegte Gurken
1 Sellerie Stange
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Brot in der Pfanne mit Öl antoasten. Tunfisch abtropfen lassen. Danach mit einem Esslöffel Mayonnaise bestreichen, klein geschnittene Gurke und Selleriestangenstücke auf den Toast geben.
Wenn im Hotel oder Restaurant und kein Toaster ist vorhanden kann man den Koch immer bitten etwas glutenfreies Brot in der Pfanne in Butter Margarine oder Öl anzutoasten. Die Kontaminierungsgefahr ist gering und der Geschmack besser als mancher glutenhaltiger Toast aus dem Toaster.

 

Dienstag, 10. April 2012 um 11:59 von Miriam

Küchenplausch vernetzt Foodblogger

Warum baust Du eine Plattform für Köche auf?

Zum einen liebe ich es, zu kochen und zu backen, zum anderen wollte ich mich schon immer selbständig machen und etwas Eigenes aufbauen. Da ich im Internet viele schöne Blogs entdeckt und gelesen habe, ist uns die Idee einer Kochblog-Community gekommen. So entstand Küchenplausch. Was gibt es Besseres, als sein Hobby mit dem Beruflichen zu verbinden?

Wie erklärst Du Dir den Erfolg auf Facebook, obwohl noch nicht einmal die Seite online ist?

Dadurch, dass ich Rezepte von Blogs poste, habe ich die Möglichkeit, meinen Fans täglich viele verschiedene Ideen und Rezepte zu präsentieren. Auch wichtig ist, dass die Qualität der Rezepte stimmt. Wenn man sich die Blogs und deren Rezepte anschaut, die wir posten, merkt man schnell, dass hier mit viel Leidenschaft und Kreativität gearbeitet wird. Das kommt auch bei unseren Fans gut an. Eine große Anzahl unserer Fans sind auch aktiv dabei. Es wird viel nachgekocht, kommentiert, geliked und geteilt. Das freut mich natürlich sehr.

Wann geht die Seite online?

Tja, wenn ich das schon genau wüsste. Wir sind jedenfalls in den letzten Zügen der Programmierung. Ich teste schon seit einiger Zeit die Seite. Uns ist einfach wichtig, dass wirklich alles reibungslos funktioniert, wenn wir online gehen. Bald möglichst werden wir dann auch einen Betatest mit verschiedenen Blogger starten.

Was wird darauf passieren?

Küchenplausch hat das Ziel, alle Kochblogger und Liebhaber der guten Küche in einer Community – getreu nach unserem Motto „Bei uns werden Köche Freunde“ – zu vereinen. In der Community sollen sich alle Foodies über Rezepte austauschen können, sich gegenseitig bei Problemen und Fragen helfen und sich inspirieren lassen. Außerdem soll man bei uns die Möglichkeit bekommen, viele tolle Blogs und deren wunderbare Rezepte und Geschichten zu entdecken. Auch möchten wir speziell den Kochblogs eine Plattform bieten, neu interessierte Leser zu erreichen. Wir wünschen uns, dass Küchenplausch das Zuhause vieler Kochblogs und Hobbyköche wird.

Was fasziniert an Foodblogs?

Das Schöne an Foodblogs ist, dass es nicht einfach nur um ein Rezept geht. Es geht um eine Geschichte oder persönliche Erfahrung des Bloggers, die hinter jedem Rezept stecken. Das macht einen guten Foodblog aus. Außerdem begeistern mich immer wieder aufs Neue, die Kreativität und Qualität der Rezepte und deren Fotos. Es gibt so viele wundervolle Blogs, die sich extrem viel Mühe geben. Man spürt einfach die Leidenschaft und die Liebe, die dahinter steckt. Die Welt der Foodblogger ist für mich eine wundervolle Entdeckungsreise durch die Welt der Genüsse, die mich immer wieder aufs Neue begeistert und mein Herz gewinnt.

Was können Foodblogs für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten leisten?

Es gibt einige tolle Foodblogs, die aus dem Hintergrund entstanden sind, dass eine Person Unverträglichkeiten hat und trotzdem nicht auf gutes Essen verzichten möchte. Diese Blogger haben sich dann meist sehr stark in das Thema eingelesen und wollen ihre Erfahrungen anderen weitergeben. Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten können so nicht nur Blogs, sondern auch andere Menschen finden, die mit dem gleichen Problemen zu kämpfen haben. Sie können sich von anderen Menschen inspirieren lassen und finden neue Ideen, wie man mit ihrer Nahrungsunverträglichkeit trotzdem ein wunderbar leckeres Essen zaubern kann. Ich denke auch hier ist der Austausch untereinander sehr hilfreich, denn man kann sich gegenseitig mit seinen Erfahrungen und Rezepten weiterhelfen.

Welche Seiten sind für die Betroffenen besonders geeignet?

www.kochtrotz.de ist ein wundervoller, optimistischer Blog mit vielen, traumhaften Rezepten/Ideen und Fotos, obwohl Steffi einige Nahrungsunverträglichkeiten hat. Ein Foodblog, den ich jedem Betroffenen nur empfehlen kann. Ein weiterer toller Blog ist www.anies-delight.eu .  Auch sie ist von einigen Nahrungsunverträglichkeiten betroffen und erzählt auch von ihren Geschichten, die sie mit ihrer Nahrungsmittelunverträglichkeit erlebt hat. Auch sie hat wundervolle Rezepte auf ihrem Blog mit tollen Bildern, die Lust auf mehr machen. Außerdem ist es ganz toll, dass es auch ein Buch von Anies Delight gibt, das 250 kreative und leckere Rezepte für Menschen mit Lebensmittelintoleranz enthält.

Was ist Dein Lieblingsrezept?

Generell kann man sagen, dass für mich der Nachtisch das wichtigste Gericht in einem Menü ist. Mein absoluter Lieblingsnachtisch (wenn ich mich entscheiden muss) ist Schokoladen Soufflé mit selbstgemachter Schokoladensauce und Vanilleeis.

Ein Lieblingshauptgericht auszuwählen, ist allerdings wirklich schwierig, denn das kommt bei mir immer ganz auf die Tagesform an und auf was ich gerade Appetit habe. Mir ist es wichtig, hier auch auf meinem Körper zu hören. Es gibt ein Gericht, dass begleitet mich schon, seitdem ich ganz klein bin. Noch heute esse ich es fast immer, wenn wir zum Italiener gehen – Rigatoni quattro formaggi. Ich liebe es.  Wenn ich selber koche, ist mein Lieblingsgericht Schweinelende in Champignon- Rahmsoße mit Spätzle von der Mama. Was ich noch sehr gerne mag, sind Zwetschgenknödel von der Oma. Die Zwetschgenknödel sind sogar auf meinem Blog zu finden.

Donnerstag, 5. April 2012 um 06:53 von Miriam

Unverträglichkeiten aus Sicht der chinesischen Medizin

Nahrungsmittelunverträglichkeiten scheinen zuzunehmen. Aber warum nur? Und was ist der zugrunde liegende krankmachende Mechanismus? Nahrungsmittelunverträglichkeiten liegen nach Auffassung des Arztes und Therapeuten der traditionell chinesischen Medizin, Michael Wullinger, in einer energetischen Schwäche des Funktionskreises Milz. Er ist dafür verantwortlich, die Energie aus den Nahrungsmitteln aufzunehmen und im Körper zu verteilen. Funktioniert die Milz nicht ausreichend, steht dem Körper nicht genügend Energie zur Verfügung. Das erklärt unter anderem auch, warum sich Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oft so schlapp fühlen.

Eine Milzschwäche kann unter anderem durch falsches Essen entstehen. In der Ernährung begünstigen zum Beispiel zu viel Obst, Weizen- und Milchprodukte Feuchtigkeit. Tatsächlich gehören diese Lebensmittel mit zu den häufigsten Übeltätern bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Der Funktionskreis Milz mag es aber trocken. Zu viel Feuchtigkeit erstickt die Milz, heißt es in der chinesischen Medizin. Sekundär kann sich durch die Milz-Schwäche eine so genannte feuchte Hitze entwickeln. Menschen mit feuchter Hitze haben oft einen roten Zungenkörper und gelben Zungenbelag.

Aber auch Stress und unterdrückte Gefühle können zu feuchter Hitze führen. Dadurch wird der Funktionskreis Leber gestört, der für den freien Fluss des Qi im Körper verantwortlich ist. Eine gestaute Leber kann auf der einen Seite die Milz angreifen und in ihrer Funktion schwächen. Auf der anderen Seite begünstigt Stagnation Hitze im Körper. Das Resultat kann also erneut feuchte Hitze sein.

Übrigens: Wenn ich von Milz oder Leber im Zusammenhang mit der CM spreche, meine ich damit nicht das anatomische Organ. Der Funktionskreis beschreibt eine bestimmte Funktion im Organismus.

Akupunktur und chinesische Kräuter können die krankmachenden Faktoren aus dem Körper treiben. Von Selbstversuchen mit chinesischen Kräutern ist jedoch dringend abzuraten. Das sollte in die Hände von erfahrenen Therapeuten, die mit Hilfe vom Puls, Zustand der Zunge und der Krankheitsgeschichte den Energiezustand des Körpers beurteilen können. Denn nicht immer liegt einer Nahrungsmittelunverträglichkeit eine feuchte Hitze zugrunde. Bei der Zöliakie zum Beispiel herrscht oft vor allem Kälte im Körper vor. Das erfordert ein anderes therapeutisches Vorgehen.

Natürlich spielt auch die chinesische Diätetik eine Rolle. Wichtig ist es, regelmäßig nicht zu große Portionen zu essen. Da gekochtes Essen besonders wichtig in der chinesischen Medizin ist, sollte mindestens eine warme Mahlzeit dabei sein. Besser sind sogar drei warme Mahlzeiten. Da Alkohol, große Mengen Fleisch, fettige Speisen, Süßigkeiten, Kuhmilchprodukte und Weizenmehl feuchte Hitze begünstigen, sollte darauf möglichst verzichtet werden. Ungünstig sind auch geröstete Nüsse und Geräuchertes. Gut sind einfache, leichte Mahlzeiten mit frischem Gemüse und frischen Kräutern, besser gedünstet und leicht gekocht als roh. Auch Azuki Bohnen, Hirse, Kürbis und Roggen unterstützen den Genesungsprozess. Zusätzlich können auch hierzulande bekannte Kräuter zum Einsatz kommen. Kardamom etwa vertreibt Feuchtigkeit aus dem Körper. Nach dem bekannten Therapeuten Jeremy Ross wirkt der gelbe Enzian kühl und bitter, Wermut klärt Hitze. Auch grüner Tee und Löwenzahn leiten feuchte Hitze aus dem Körper aus.

Ganz wichtig dabei ist jedoch in der chinesischen Medizin: keine Übertreibung! Vorzuziehen ist immer der Weg der Mitte. Wer die ganze Zeit nur auf das Essen starrt und dabei den Spaß am Leben vergisst, tut sich nichts Gutes. Freude ist eine wichtige Medizin.